Glossar
Zusatzantrieb für Handrollstuhl
Zusatzantrieb für Handrollstuhl gehört zu den Begriffen, die in Gesprächen vorausgesetzt, aber selten erklärt werden. Diese Seite liefert die Definition, ordnet den Begriff ein und zeigt, wo er in der Praxis auftaucht.
Definition
Ein Zusatzantrieb ist ein nachrüstbares Antriebsmodul, das einen manuellen Rollstuhl elektrisch unterstützt oder vollständig antreibt, etwa als Frontantrieb mit eigenem Lenkrad. Er richtet sich an aktive Nutzer, die ihren gewohnten Rollstuhl behalten, aber bei längeren Strecken oder Steigungen Unterstützung benötigen.
Einordnung
Ein Zusatzantrieb für Handrollstuhl ist ein nachrüstbares Motormodul, das einen vorhandenen manuellen Rollstuhl elektrisch unterstützt oder komplett übernimmt, meist über ein Frontrad mit eigenem Antrieb und eigener Steuerung. Er unterscheidet sich vom vollwertigen Elektrorollstuhl dadurch, dass der Grundrollstuhl erhalten bleibt und nur ergänzt wird, was besonders für Menschen mit noch vorhandener Restkraft in den Armen relevant ist. Im Hilfsmittelverzeichnis ist der Zusatzantrieb als eigene Untergruppe der Produktgruppe 18 gelistet.
Für die Kostenübernahme zählt, ob der eigene Kraftaufwand im Alltag nicht mehr ausreicht, um den Grundbedarf an Mobilität selbstständig zu decken, ein vollständiger Elektrorollstuhl aber nicht erforderlich ist, etwa weil noch Transfers und Teilstrecken aktiv bewältigt werden. Die Genehmigung durch die Krankenkasse setzt in der Regel eine ärztliche Begründung voraus, die den Unterschied zum vollelektrischen Rollstuhl nachvollziehbar macht, da beide Hilfsmittel unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Besonders relevant ist dabei die Einschätzung, ob die vorhandene Armkraft dauerhaft ausreicht oder ob mit einer weiteren Verschlechterung zu rechnen ist, was Einfluss auf die langfristige Planung der Versorgung haben kann.
So begegnet es dir
Beim Zusatzantrieb zeigt sich in der Praxis häufig, die weite Strecken oder Steigungen sonst nicht mehr aus eigener Kraft schaffen würden. Beim Anpassungstermin wird geprüft, ob der Grundrollstuhl technisch kompatibel ist, wie das Gesamtgewicht sich beim Transport im Auto verändert und ob die Steuerung zur Handkraft der Nutzerin oder des Nutzers passt. Sinnvoll ist zudem eine Probefahrt auf typischen Alltagsstrecken, da sich Kippverhalten und Bremsweg mit montiertem Zusatzantrieb spürbar von einem reinen Handrollstuhl unterscheiden können.
Vertiefung und aktuelle Beiträge im Themenfeld Modelle & Arten.
Das gehört dazu
- Elektrorollstuhl
- Hinterradantrieb
- Joystick-Steuerung
- Beleuchtung nach StVZO
- Probefahrt
- Steigfähigkeit
- Gurtsystem
- Wiedereinsatz (Hilfsmittel)
- Faltbarer E-Rollstuhl
Fragen und Antworten
Passt ein Zusatzantrieb an jeden Handrollstuhl?
Nicht an jeden; die Kompatibilität hängt vom Rahmentyp, der Steckachse und dem zulässigen Gesamtgewicht ab, weshalb das Sanitätshaus vor der Bestellung eine technische Prüfung vornimmt.
Wie unterscheidet sich der Zusatzantrieb vom Elektrorollstuhl?
Der Zusatzantrieb ergänzt einen vorhandenen Handrollstuhl um einen Motor, während ein Elektrorollstuhl von Grund auf für den vollelektrischen Betrieb konstruiert ist und keine aktive Eigenkraft voraussetzt.
Wird der Zusatzantrieb separat von der Kasse übernommen?
Ja, er wird als eigenständiges Hilfsmittel verordnet und geprüft, unabhängig davon, ob der Grundrollstuhl bereits zuvor von der Kasse finanziert wurde.
Quelle: GKV-Spitzenverband, Fortschreibung Produktgruppe 18 · Stand: Oktober 2026
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