Glossar

Steigfähigkeit

Steigfähigkeit gehört zu den Begriffen, die in Gesprächen vorausgesetzt, aber selten erklärt werden. Diese Seite liefert die Definition, ordnet den Begriff ein und zeigt, wo er in der Praxis auftaucht.

Definition

Die Steigfähigkeit gibt an, welche maximale Steigung in Prozent ein Elektrorollstuhl sicher überwinden kann, ohne dass Motor, Bremse oder Standsicherheit an ihre Grenzen kommen. Sie ist besonders für den Einsatz in hügeligem Gelände oder bei steilen Rampen und Einfahrten relevant.

Kurz eingeordnet

Die Steigfähigkeit gibt an, welche maximale Steigung ein Elektrorollstuhl sicher überwinden kann, angegeben meist in Prozent oder Grad, und ist Teil der technischen Prüfungen nach DIN EN 12184. Sie hängt von Motorleistung, Antriebsart und Schwerpunktlage ab und unterscheidet sich deutlich zwischen Innenraummodellen der Klasse A und geländegängigen Outdoor-Modellen der Klasse C, die für unebenes Gelände und stärkere Steigungen ausgelegt sind. Herstellerangaben zur maximalen Steigfähigkeit gelten in der Regel für ebene, trockene Untergründe und nicht automatisch für Nässe oder Kopfsteinpflaster.

Für die Versorgung ist die Steigfähigkeit relevant, wenn im Wohnumfeld Rampen, abschüssige Wege oder Garageneinfahrten regelmäßig zu bewältigen sind; das Sanitätshaus sollte solche Gegebenheiten bei der Modellauswahl berücksichtigen. Bei Zweifeln an der Sicherheit auf steilen Strecken kann eine Probefahrt vor Ort im eigenen Wohnumfeld sinnvoller sein als sich allein auf Datenblattwerte zu verlassen. Bei Bariatrie-Modellen mit höherer Tragkraft kann sich die praktisch nutzbare Steigfähigkeit zudem reduzieren, was bei der Modellwahl mitbedacht werden sollte.

Was das konkret bedeutet

Die Steigfähigkeit wird in der Beratung oft unterschätzt, bis eine konkrete Rampe oder ein Gefälle im Alltag zum Problem wird. Es empfiehlt sich, die tatsächlichen Steigungen am Wohnort, etwa an der Haustür oder in der Tiefgarage, vor dem Kauf zu vermessen und mit dem Datenblatt des gewünschten Modells abzugleichen. Auch das Bergabfahren sollte bei der Probefahrt getestet werden, da hier Bremsverhalten und Kippsicherheit mindestens genauso wichtig sind wie das Bergauffahren.

Alle Ratgeber dazu im Themenfeld Technik, Akku & Straßenverkehr.

Das gehört dazu

Häufige Fragen

Wie wird die Steigfähigkeit gemessen?

Sie wird im Rahmen der Prüfverfahren nach DIN EN 12184 unter definierten Testbedingungen ermittelt und vom Hersteller im Datenblatt als maximaler Steigungswert angegeben.

Gilt die angegebene Steigfähigkeit auch bei Nässe?

Herstellerangaben beziehen sich in der Regel auf trockene, feste Untergründe; bei Nässe oder losem Untergrund kann die tatsächlich sichere Steigung geringer ausfallen.

Welche Klasse eignet sich für stärkere Steigungen?

Outdoor-taugliche Modelle der Klasse C nach DIN EN 12184 sind in der Regel für höhere Steigungen und unebeneres Gelände ausgelegt als reine Innenraummodelle der Klasse A, was sich in Motorleistung und Rädergröße widerspiegelt.

Quelle: DIN Media, DIN EN 12184 · Stand: Oktober 2026