Modellklassen/Bauarten

Aktivrollstuhl mit Zusatzantrieb

Leichter Aktivrollstuhl mit optionaler elektrischer Unterstützung.

  • BauformAktivrollstuhl-Rahmen mit Antriebsmodul
  • GewichtLeichter als klassische Elektrorollstühle
  • EinsatzbereichAktive, mobile Nutzer mit wechselndem Bedarf
  • Kostenträger-Rechtsgrundlage§ 33 SGB V, Produktgruppe 18

Kurz gesagt

Diese Kombination erlaubt es, zwischen Eigenkraft und elektrischer Unterstützung zu wechseln, je nach Tagesform und Strecke.

Einordnung

Ein Aktivrollstuhl mit Zusatzantrieb kombiniert das leichte, sportlich ausgelegte Fahrgestell eines Aktivrollstuhls mit einem fest integrierten oder werkseitig abgestimmten Elektroantrieb, meist am Hinterrad oder als Nabenmotor in den Antriebsrädern. Anders als ein nachgerüsteter Zusatzantrieb ist dieses System von Beginn an auf das Gesamtgewicht, die Balance und die Sitzposition des jeweiligen Aktivrollstuhls abgestimmt, was Fahrverhalten und Kippsicherheit verbessert. Nutzer können je nach Tagesform und Strecke zwischen reiner Muskelkraft und motorischer Unterstützung wechseln.

Die Verordnung erfolgt über den Arzt mit Begründung, warum ein reiner Aktivrollstuhl für den Alltag nicht mehr durchgängig ausreicht, etwa bei schwankender Kraft, degenerativen Erkrankungen oder zunehmender Belastung der Schultergelenke durch dauerhaften Handantrieb. Die Krankenkasse prüft den Kostenvoranschlag, häufig mit Einbindung des Medizinischen Dienstes, da diese Kombigeräte in der Anschaffung meist höherpreisig sind als Standardmodelle. Marktbeobachtungen nennen für Aktivrollstühle mit integriertem Zusatzantrieb häufig eine Preisspanne im oberen vierstelligen Bereich; die gesetzliche Zuzahlung von bis zu 10 Euro kommt unabhängig vom Gesamtpreis zur Anwendung.

Gegenüber dem nachgerüsteten Zusatzantrieb ist die integrierte Lösung meist harmonischer im Fahrverhalten, dafür aber fest an ein bestimmtes Rollstuhlmodell gebunden und nicht ohne Weiteres auf einen anderen Rollstuhl übertragbar.

Die wichtigsten Fakten

BauformAktivrollstuhl-Rahmen mit Antriebsmodul
GewichtLeichter als klassische Elektrorollstühle
EinsatzbereichAktive, mobile Nutzer mit wechselndem Bedarf
Kostenträger-Rechtsgrundlage§ 33 SGB V, Produktgruppe 18
AntragswegÄrztliche Verordnung, Einzelfallprüfung
ZuständigkeitGesetzliche Krankenkasse

Wann diese Option passt

Geeignet für aktive, mobilitätsbewusste Nutzer, die grundsätzlich noch selbst antreiben können oder wollen, aber bei Steigungen, längeren Strecken oder nachlassender Kraft eine integrierte, gut abgestimmte Unterstützung wünschen. Weniger geeignet für Menschen, die durchgängig auf motorische Steuerung angewiesen sind, da ein klassischer Elektrorollstuhl dafür meist die passendere Grundlösung darstellt.

Worauf Sie achten sollten

  • Sitzposition und Schwerpunkt mit und ohne aktivierten Antrieb bei einer Probefahrt vergleichen.
  • Gewicht des Gesamtsystems für den Transport im Auto oder im Zug realistisch einschätzen.
  • Klären, wie einfach zwischen reiner Muskelkraft und motorischer Unterstützung umgeschaltet wird.
  • Wartungsintervalle für Motor und Akku getrennt vom übrigen Rollstuhl erfragen.

Was oft gefragt wird

Kann ich zwischen Muskelkraft und Motor frei wechseln?

Bei den meisten integrierten Systemen lässt sich die Unterstützung stufenweise zu- oder abschalten, sodass an guten Tagen weiter manuell gefahren werden kann. Wie genau die Umschaltung funktioniert, unterscheidet sich je nach Hersteller und sollte bei der Einweisung geklärt werden.

Ist ein Aktivrollstuhl mit Zusatzantrieb schwerer als ein reiner Elektrorollstuhl?

Das integrierte System ist meist leichter als ein vollwertiger Elektrorollstuhl, aber schwerer als ein reiner Aktivrollstuhl ohne Motor. Für den Transport im Auto oder beim Heben sollte das Gewicht vorab mit dem Anbieter geklärt werden.

Wird der Zusatzantrieb genauso wie ein normaler Elektrorollstuhl beantragt?

Der Ablauf über ärztliche Verordnung, Kostenvoranschlag und Prüfung durch die Kasse ist grundsätzlich gleich, die medizinische Begründung sollte aber konkret auf den kombinierten Bedarf eingehen. Das erleichtert die Einordnung durch die Kasse und den Medizinischen Dienst.

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