Glossar

Mietrollstuhl

Was Mietrollstuhl bedeutet, lässt sich in einem Satz sagen — die Einordnung dahinter ist entscheidend. Hier steht beides, kurz und nachvollziehbar.

Definition

Ein Mietrollstuhl wird zeitlich befristet gegen eine Mietgebühr zur Verfügung gestellt, etwa für eine Übergangsphase nach Operation, Reha oder während der Prüfung eines Kassenantrags. Die Miete eignet sich vor allem, wenn der langfristige Bedarf noch unklar ist.

Einordnung

Ein Mietrollstuhl ist ein Elektrorollstuhl, der zeitlich befristet gegen Gebühr genutzt wird, etwa für einen Krankenhausaufenthalt, eine Übergangsphase bis zur Kassenversorgung, im Urlaub oder zum Testen vor dem Kauf. Er unterscheidet sich vom Wiedereinsatz, bei dem gebrauchte, kassenfinanzierte Hilfsmittel nach Aufbereitung dauerhaft neu vergeben werden, und vom Gebrauchtkauf, bei dem das Eigentum endgültig übergeht. Auch bei genehmigter Dauerversorgung stellt die Krankenkasse den Elektrorollstuhl häufig leihweise zur Verfügung, ohne dass Eigentum am Gerät entsteht, dieser Fall wird umgangssprachlich ebenfalls als Miet- oder Leihversorgung bezeichnet.

Für privat organisierte Kurzzeitmiete außerhalb der Kassenversorgung berechnen Sanitätshäuser und Verleihstationen meist einen Tages- oder Wochensatz zuzüglich einer Kaution, wobei Wartung und kleinere Reparaturen im Mietpreis regelmäßig enthalten sind. Wer einen Mietrollstuhl über einen längeren Zeitraum benötigt, etwa in einer Übergangsphase bis zur endgültigen Genehmigung, sollte klären, ob die Krankenkasse die Mietkosten übergangsweise übernimmt oder ob diese privat zu tragen sind.

In der Praxis

Vor der Anmietung lohnt sich ein Blick auf Versicherungsschutz bei Beschädigung, die genaue Abgrenzung, was im Mietpreis enthalten ist, und ob eine spätere Anrechnung auf einen möglichen Kauf vereinbart werden kann. Für kurze Zeiträume, etwa im Urlaub, bieten viele lokale Sanitätshäuser und spezialisierte Verleihdienste passende Modelle an.

Weiterlesen im Themenfeld Kauf, Miete & Anbieter.

Die wichtigsten Fakten

Typische NutzungÜbergangszeit, Reha, Urlaub, Testphase
AbrechnungTages- oder Wochensatz plus Kaution, anbieterabhängig
AbgrenzungKein Eigentumsübergang, im Unterschied zum Kauf

Verwandte Begriffe

Was oft gefragt wird

Übernimmt die Krankenkasse die Miete eines Elektrorollstuhls?

In der Übergangszeit bis zur endgültigen Genehmigung kann die Kasse eine Leihversorgung stellen; bei rein privat organisierter Kurzzeitmiete, etwa im Urlaub, tragen Sie die Kosten meist selbst.

Was passiert bei einem Schaden am Mietrollstuhl?

Die genauen Haftungsregeln stehen im Mietvertrag; oft ist normale Abnutzung eingeschlossen, während grobe Beschädigung oder Verlust gesondert abgerechnet werden kann.

Kann ich einen Mietrollstuhl später kaufen?

Manche Anbieter rechnen bereits gezahlte Mietbeträge auf einen späteren Kauf an, das sollte vor Vertragsabschluss ausdrücklich vereinbart werden.

Quelle: § 40 SGB XI, lxgesetze.de · Stand: Oktober 2026