Glossar

Stehfunktion

Stehfunktion ist ein Fachbegriff mit klarer Bedeutung und typischen Missverständnissen. Beides steht hier, mit Verweis auf die Praxis.

Definition

Die Stehfunktion erlaubt es, den Elektrorollstuhl elektrisch in eine aufrechte Position zu bringen, sodass Nutzer im Stehen sitzen, arbeiten oder kommunizieren können. Sie unterstützt Knochendichte, Kreislauf und Verdauung und wird meist ärztlich begründet und gesondert beantragt.

Was dahinter steckt

Die Stehfunktion ermöglicht es, den Elektrorollstuhl elektromotorisch aus der Sitz- in eine aufrechte Stehposition zu überführen, bei der die Nutzerin oder der Nutzer über ein Gurt- und Stützsystem gesichert bleibt. Sie unterscheidet sich von der Sitzkantelung, die den Sitzwinkel insgesamt neigt, während die Stehfunktion eine tatsächlich aufrechte Körperhaltung mit Gewichtsbelastung auf die Beine herstellt. Medizinisch wird die Stehfunktion häufig zur Vorbeugung von Kontrakturen, zur Kreislaufanregung oder zur Verbesserung der Knochendichte eingesetzt, wobei die konkrete Indikation ärztlich zu beurteilen ist.

Für die Kostenübernahme gilt die Stehfunktion als besonders begründungsbedürftige Zusatzausstattung, da sie den Rollstuhl technisch aufwendiger und teurer macht; Krankenkassen verlangen hier meist eine ausführliche ärztliche und oft physiotherapeutische Begründung. Das Gurtsystem ist bei dieser Funktion sicherheitsrelevant und muss zuverlässig funktionieren, um ein Abrutschen oder Stürzen während des Aufstehvorgangs zu verhindern. Auch die Standzeit in aufrechter Position sowie die Geschwindigkeit des Auf- und Abstehvorgangs unterscheiden sich zwischen Modellen und sollten individuell auf die körperliche Belastbarkeit abgestimmt werden.

Was das konkret bedeutet

Die Stehfunktion wird häufig gemeinsam mit Physiotherapie erprobt, um die individuelle Belastbarkeit und Sicherheit während des Aufstehvorgangs zu prüfen. Wichtig ist, dass Betreuungspersonen im Umgang mit der Notabschaltung vertraut sind, falls während des Stehvorgangs eine schnelle Rückkehr in die Sitzposition nötig wird. Regelmäßige Kontrollen der Gurte und der Aufstehmechanik durch das Sanitätshaus tragen zusätzlich dazu bei, die Sicherheit über die gesamte Nutzungsdauer zu erhalten. Auch das Schuhwerk und feste Fußplatten spielen eine Rolle, damit die Füße während des Stehvorgangs sicheren Halt behalten.

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Häufige Fragen

Wer profitiert von einer Stehfunktion?

Vor allem Menschen, bei denen regelmäßiges Stehen medizinisch sinnvoll ist, etwa zur Vorbeugung von Kontrakturen oder zur Kreislaufanregung; die genaue Indikation sollte ärztlich beurteilt und regelmäßig überprüft werden.

Ist die Stehfunktion sicher für den Alltag?

Bei korrekter Nutzung und funktionierendem Gurtsystem gilt sie als sicher, dennoch sollten Einweisung und regelmäßige Wartung der Mechanik ernst genommen werden.

Wird die Stehfunktion von der Krankenkasse übernommen?

Nur bei nachgewiesener medizinischer Notwendigkeit; die Begründung sollte durch Ärztin oder Arzt und häufig ergänzend durch Physio- oder Ergotherapie erfolgen, um die Erforderlichkeit nachvollziehbar zu belegen.

Quelle: GKV-Spitzenverband, Fortschreibung Produktgruppe 18 · Stand: Oktober 2026